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5 von 56 gut & drauf:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel Amar Latif in Grossbritannien: Der blinde Reiseführer lehrt das Sehen...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Peter Mabeo in Gaborone: Der Selfmademann in Botswana macht  mit seinen Möbeln Weltkarriere...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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Peter Mabeo

Klug, frisch, witzig: Möbel aus Botswana

Design aus Afrika ist Trend. Zu den hellklingenden Namen gehört Peter Mabeo. Seine Mabeo-Möbeln sind, man kann es nicht anders sagen, hinreissend, voller Eleganz, und Esprit, aber zweckmässig und funktional. Eine materialisierte Synthese aus Tradition (ohne Ethnokitsch) und Moderne (ohne branchenübliche Selbstverliebtheit).  Klug, zeitgemäss und frisch, beschreibt der Möbelmacher seinen Stil. Das tönt bescheiden, und das passt zu ihm.

Geboren ist Peter Mabeo 19712 in Botswana, einem kleinen Land im südlichen Afrika mit Grenzen zu Südafrika, Namibia, Sambia und Simbabwe.  Grösser als Spanien, aber mit nur zwei  Millionen Einwohnern.  Reich an Diamanten, aber ziemlich oben auf der UN-Weltrangliste der Armut (Platz 125). Das Handwerksatelier Mabeo Furniture befindet sich in der Hauptstadt Gaborone, seiner Geburtsstadt.  Hier hat er sich vor vielen Jahren die Kunst der Möbelherstellung selber beigebracht, dann zehn Jahre lang für den lokalen Markt produziert, vielfach Ware ohne Charakter, Ecken und Kanten.

Eines Tages hatte er genug davon: „Ich wollte mehr machen als ein Business aufbauen, das nur nacheifert, was aus dem Ausland nach Botswana durchsickert. Ich wollte unterschiedliche Talente bündeln und etwas schaffen, bei dem alle an der Gestaltung beteiligt sind und voneinander profitieren." In seiner 2006 eröffneten Werkstatt brachte er verschiedene Handwerker zusammen; die einen waren fähig, einen Stuhl ohne jegliche Vorlage aus einem Stück Holz zu zimmern, die andern besassen Kenntnisse der Konstruktion und Mechanik. Die Meister ihres Faches zu vereinen, trug Früchte; beide Seiten konnten voneinander lernen und sich gegenseitig inspirieren. Aus zwei Welten entstand ein neues Universum mit Objekten, die als Konstante das kulturelle Erbe lebendig erhalten, aber doch ganz aus dem Hier und Heute sind:  Möbel mit Geschichte und Persönlichkeit.  Möbel mit Seele. Die handwerkliche Qualität beginnt für Peter Mabeo mit der sorgfältigen Auswahl des Rohmaterials. Musste er das Holz in den Anfangszeiten noch importieren, kann er es heute aus nachhaltigem Anbau in Botswana beziehen: eine positive Entwicklung, die er mitermöglicht hat. Für Flechtwerk und Textil arbeitet er mit dem lokalen Gewerbe zusammen. Manchmal verwendet er auch Abfall, kreiert aus Abgeschabtem und Schäbigem neue Glanzstücke. In der neusten Kollektion ist Altmetall Bestandteil der futuristisch anmutenden Schränke, gehämmerten Tische und Hocker. Für ihn sei Design ein Prozess, aus dem immer wieder Neues entstehe, sagte Peter Mabeo an einem vom  Vitra-Museum (Weil am Rhein) organisierten Symposium.

Denn längst ist der internationale Markt auf den Mann mit Stil aufmerksam geworden. Er stellt auf Messen in Mailand, New York und London aus, zählt  das Nobelhotel Nobis in Stockholm zu seinen Kunden und kooperiert mit so renommierten Designern wie Patricia Urquiola, Claesson Koivisto Rune und Patty Johnson. „Design kennt keine nationalen Grenzen. Überall auf der Welt findet man Menschen, die Ästhetik und Schönheit zu schätzen wissen“, sagt er. Und es freut ihn, sie mehr und mehr auch in Afrika, sogar in seinem Land Botswana, zu finden.

Die lustvolle Weiterentwicklung der eigenen Kultur ist Ausdruck eines gesunden Selbstbewusstseins und auch ein kleines Bollwerk gegen die „Selbstgefälligkeit des Massenkonsums“, wie es der Nigerianer Okwui Enwezor, Direktor des Hauses der Kunst in München, formuliert hat. In Zeiten rascher Urbanisierung, die Botswana wie andere Länder auch erlebt, verliert das Handwerk schnell an Boden. Dabei, und Peter Mabeo lebt es vor, kann Handwerk wieder zu einem einträglichen Wirtschaftszweig werden. Eigenständigkeit gepaart mit Umweltbewusstsein und höchster Arbeitsqualität zahlt sich aus, sagt Peter Mabeo; und so gesehen könnte Design einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des ganzen Landes leisten.                                 (2017)                                                                                                     

 

http://www.mabeofurniture.com/

 

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