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5 von 53 gut & drauf:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel Amar Latif in Grossbritannien: Der blinde Reiseführer lehrt das Sehen...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Disco100: hat es als Familienbetrieb zum grössten Plattenladen Barcelonas gebracht...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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Goba AG, Mineralquelle und Manufaktur:

Sprudelnde Ideen

 

Voller Energie und Ideen: Gabriela ManserVoller Energie und Ideen: Gabriela Manser

 Ideen haben sie! Die neueste ist die „Flauderei“, eingerichtet in einer ehemaligen Metzgerei im Kantonshauptort Appenzell. Wo einst Siedwürste für die Landsgemeinde über den Ladentisch gingen, werden nun von Hand hergestellte Kräuterspezialitäten, Konfitüren, Liköre und Cocktails aus der Manufaktur verkauft. Hier entstand eine zauberhafte Erlebniswelt mit zusätzlichen Handelsprodukten, welche nicht überall zu haben sind. Die Homepage: http://flauderei.ch/ begrüsst mit Vogelgezwitscher und Bachesrauschen, was ebenso stimmig ist wie stimmt, da die Flauderei dem Flauder-Unternehmen Goba AG, Mineralquelle und Manufaktur mit Sitz in Gontenbad, Appenzell Innerrhoden, gehört. Flauder kennt jeder, zumindest in Städten wie Zürich, Basel und St.Gallen. Das Trendgetränk ist zum Flaggschiff dieser Firma geworden, die Wasser liebt und davon lebt, sich mit Phantasie, und Kreativität im hart umkämpften Markt hartnäckig zu behaupten.

Kopf der Goba AG ist Gabriela Manser, Geschäftsleiterin und Mitbesitzerin der Firma. Und sie hält ihren Kopf auch – wörtlich – für Werbung und Kampagnen hin, ist eine glänzende Botschafterin ihrer Produkte, der man gebannt zuhört, wenn sie an Symposien und in Interviews in ihrem wunderlichen Appenzeller Dialekt die Geschichte ihres Unternehmens erzählt, sprudelnd wie ihre Mineralquelle, zum Beispiel hier (siehe auch unten):  https://www.youtube.com/watch?v=lf_AYIQ0mps

 Verständlich, dass die Medien sie lieben, denn schon als Jungunternehmerin hat sie von Anfang an alles richtig gemacht. Was Mitbewerber trivial als mit oder ohne Kohlensäure etikettieren, hat sie laut, leise und still genannt.  Ein Hauch Poesie, wie er ja auch der tief im Alpstein entspringenden Quelle innewohnt. 1576 wird die Quelle in Gontenbad erstmals urkundlich erwähnt. Jahrhundertelang kurierten die guten Wasser im Appenzeller Land manches Zipperlein, wurden Gebresten in Bädern gelindert. In den 1920er Jahren erwarb Josef Schmidinger, Gabriela Mansers Grossvater, in Gontenbad ein Kurhaus. Als in Folge der Wirtschaftskrise die Kurgäste ausblieben, veräusserte er das Kurhaus wieder, behielt aber ein Stück Boden und das Quellrecht. 1930 begann er das Wasser in  Flaschen abzufüllen und legte damit den Grundstein für die Goba. 1999 übernahm Gabriela Manser das Familienunternehmen von ihren Eltern und das ganze Aktienkapital dazu. Ihr Vater suchte während zehn Jahren einen Nachfolger, aber die damals veraltete Infrastruktur schreckte potentielle Interessenten ab:https://www.youtube.com/watch?v=OUjdE2ZUGko

Die Medien betonen gern, dass die 1962 geborene Gabriela Manser gelernte Kindergärtnerin ist. Sie hat aber auch eine Ausbildung als Supervisorin / Teamberaterin und als Schulleiterin. Ihre Freude an der Führung entdeckte sie, als sie 50 Kindergärten der Stadt St. Gallen vorstand. Und wenn sie schon diese zu managen verstand, warum nicht auch den Familienbetrieb, der ohne sie wohl aufgegeben worden wäre?: https://www.youtube.com/watch?v=eove6sAnfDM Der Durchbruch gelang der Goba mit Flauder. Mit ihrem Team hatte Gabriela Manser nach einem Süssgetränk gesucht, das zum Sommer, zum Appenzell und zum Zeitgeist passte, und war dabei auf eine Limonade aus Holunderblüten und Melisse gestossen, duftend und leicht wie ein Schmetterling. Flickflauder sagt der Innerrhoder dem Schmetterling.  Seit 2002 fliegt Flauder für Goba.

Das Unternehmen wuchs, die Zahl der Angestellten stieg von neun (1999) auf heute rund 50. Die Produktion schoss im gleichen Zeitraum von 2 auf 17 Millionen Flaschen. 2004 wurde ein Erweiterungsbau und eine neue Produktionsanlage für Glas- und PET-Gebinde erstellt; seit 2012  produziert die Goba AG die PET-Flaschen selber. Neuerungen verlangen Kapital. Um die Mittel für den Erweiterungsbau zusammenzubekommen, putzte Gabriela Manser bei Bekannten und Interessierten die Klinken. Seither hat die Firma rund 40 Mitaktionäre.

Wer den Erfolg der Goba einordnen will, muss sich das Mineralwassergeschäft vor Augen halten:  Das ist ein Milliardenbusiness, in dem mit harten Bandagen um Margen und Preise gerungen wird. In der Schweiz werden 921,4 Mio. Liter (2014) verbraucht, knapp ein Drittel davon wird importiert, gemäss Angaben des Verbandes Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten (SMS): http://mineralwasser.ch/de/kennzahlen/mineralwassermarkt-schweiz/

Die kleine Goba steht im Wettbewerb mit Riesen wie Feldschlösschen AG (Rhäzünser), Coca-Cola (Valser) und Heineken (Henniez) und muss sich unter über sechzig internationalen, nationalen und regionalen Brands und Handelsmarken behaupten.

Gabriela Manser und ihr Team machen das mit Einsatz, Engagement und sehr viel Eigenprofil. Nebst dem Kultgetränk Flauder erfanden sie Getränke mit Quitten-Rhabarber-Geschmack, das mit Stevia gesüsste Goba Cola, den Chalte Kafi und den Bio-Eistee Iisfee; zu letzterem hat Gabriela Manser ein (Märchen)Buch geschrieben. Der in der Goba Manufaktur gebraute Likör hingegen ist nichts grundsätzlich Neues: schon Grossvater Schmidiger hatte ihn produziert, damit er im Winter etwas verkaufen konnte, wenn die Kundschaft kein Mineralwasser trank.

Fehlende Kundschaft sind nicht ihre Sorge, vielmehr macht ihr die zunehmende Regulierungswut Bauchweh; um eine KMU am Leben zu erhalten, brauche es aber Mut und Spielfreude, sagt sie in einem Interview:http://www.kmu-businessworld.ch/de/content/ich-bin-kreativer-wenn-ich-mich-nach-der-decke-strecken-muss#.Va5xI_nkqSo

Erfolg zieht Nachahmer an: ein Konkurrent hatte einen Schaumwein namens Flauderspiel entwickelt; die Goba klagte, und das Kantonsgericht von Appenzell Innerrhoden entschied den Markenstreit zu ihren Gunsten: http://www.nzz.ch/sieg-fuer-mineralquelle-gontenbad-im-flauder-prozess-1.17200918

Andrerseits sind Nachahmer und Mitmacher erwünscht: Schon ihre Eltern hatten einen Fonds «Für Wasser in der Welt» eingerichtet, den Gabriela Manser als Goba Fonds weiterführt. Das Ziel: Projekte zur Verbesserung der Wasserqualität zu unterstützen und dadurch die Lebensumstände der Menschen in armen Ländern zu verbessern und spannende, sinnvolle Wasserprojekte auch hierzulande zu unterstützen. Da darf man gern mittun! (2015)

http://www.mineralquelle.ch

http://www.gobashop.ch

 

Goba AG
Mineralquelle und Manufaktur
9108 Gontenbad

Die Goba kann man besichtigen:

Dauer: 1.5 Stunden, Montag bis Freitag
Teilnehmer: Maximal 25 Personen pro Gruppe (2 Gruppen gleichzeitig möglich)
Führungen: gratis ab 10 Personen

Buchung: Goba AG  http://www.appenzeller-produkte.ch/partner/gruppenangebote/betriebsbesichtigung-goba-ag-mineralquelle-und-manufaktur.html#sthash.YjtlQ7Kx.dpuff

 

 

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