Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

5 von 46 drauf & gut:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel der Friedensmarsch der Palästinenserinnen und Israelinnen vom Oktober 2016 ...

weiterlesen

 

Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

weiterlesen

Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

weiterlesen

 

Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Disco100: hat es als Familienbetrieb zum grössten Plattenladen Barcelonas gebracht...

weiterlesen

 

            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

weiterlesen
 
 
 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

weiterlesen

 Nikolaus Gelpke:

Ein Schweizer erfindet das Meer

 

 

Er ist gebürtiger Binnenländer. Noch nicht einmal schwimmen konnte er, als er zum erstenmal das Meer erlebte, nördlich von Neapel, und gleich in einer Welle abtauchte, die ihn niederdrückte. Mama ängstigte sich, er fand es super. Und seither hält ihn das Meer gefangen. Obwohl kein Journalist (oder eben deswegen?), erfand er mit mare eines jener raren Magazine, die man im Medienmarkt keinesfalls missen möchte. Gerade als Binnenländerin. Man blättert in mare und Duft von Tang steigt aus den Seiten auf, man liest eine Reportage und hört den Ruf der Wale, man schaut die Bildstrecken an und spürt Salz auf der Haut. Jede Nummer ist grundiert von der Magie des Meeres, ob sie nun über Megayachten, Moby Dick oder Korallenriffe berichtet.

Nikolaus K. Gelpke, 1962 in Zürich geboren, beschloss mit 16 Jahren, die Stimme der Meere zu werden. Wie denn er, ein Schweizer, dazu komme, fragte ihn ein Talkmaster. „Man fährt hin“, antwortete er trocken. https://www.youtube.com/watch?v=A31ecryDkkg

Es sei kein Zufall, als Schweizer ein starkes Verhältnis zum Meer zu haben. Wenn man von den Bergen komme, habe man viel Sehnsucht nach Weite, Wärme, Wasser, sagte er in einem Interview (auf youtube siehe unten).

Und diese Sehnsucht (nicht nur von Binnenländerinnen) bedient er mit mare zweimonatlich, mit einer Themenvielfalt so breit wie ein Fischschwarm, mit Textqualität von grösster Güte, mit Fotografien … aber lassen wir es Nikolaus Gelpke selber sagen. Er und Art Director Barbara Stauss sind beides Kinder von Fotografen bzw. einer Fotografin in Zürich. Im Editorial der Ausgabe Februar/März 2015 schreibt er: „Wir beide wuchsen mit der klassischen Fotografie der 1950er und 1960er Jahre auf. Und so kam es, dass wir von Anfang an bei jeder Idee für eine Reportage gemeinsam über die fotografische Umsetzung diskutierten: Schwarzweiss, Farbe, eher porträtorientiert, eher kühl oder warm, welches Kameraformat, schnell oderlangsam fotografiert, Frau oder Mann und, und, und.“

 

Vom Meer gefangenVom Meer gefangen

Man sagt, hinter jedem erfolgreichen Mann stecke eine Frau. Sein Spiritus rector war Elisabeth Mann Borgese (1919 – 2002),  jüngste Tochter von Katia und Thomas Mann und selber eine der grossen Persönlichkeiten im Ringen um den Schutz der Meere.  Elisabeth Mann Borgese,  übrigens am Zürcher Konservatorium ausgebildete Pianistin, war Gründerin des Internationalen Ocean Institute (IOI) mit Sitz in Malta und entscheidende Wegbereiterin des Internationalen Seerechtsübereinkommens der UNO. Und wie kommt ein damals noch unbeschriebenes Blatt wie Nikolaus Gelpke zu dieser damals schon anerkannten Meereskoryphäe? Ganz einfach: Man fährt hin. Nämlich nach Halifax, Nova Scotia, Kanada, wo sie seit 1978 lebte. Nach der Matura wohnte er eine Zeitlang bei der alten Frau am Meer, führte ihre Hunde aus, lauschte ihrem Klavierspiel. Die Vorlesungen an der Uni soll er nur sporadisch besucht haben. Erika Mann Borgese wurde zu seiner Mentorin. Auf ihren Rat hin begann er 1984 ein Studium der Meeresbiologie und des internationalen Seerechts in Kiel. Noch vor Abschluss des Studiums entstand der Wunsch, ein Magazin ähnlich dem SPIEGEL zu produzieren, das sich ausschliesslich dem Meer widmen sollte. Die Idee habe er gemeinsam mit drei Freundinnen vorangetrieben, sagte er der FAZ: „Ohne die Frauen wäre wohl nur ein Mitteilungsblatt für Meeressüchtige herausgekommen“: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/mein-weg/nikolaus-gelpke-der-taucher-im-speicher-1540008-p2.html

1997 erschien die erste Nummer, damals noch monothematisch, zu „Transatlantik, losfahren und ankommen“. Sinnlich, aber unmissverständlich anwaltschaftlich für die Sache. Die Medienwelt beäugte den Neuling skeptisch, fand das Heft zu schön, als dass es funktionieren könnte. Aber mare kam an, und so kamen schon bald ein Buchverlag, mare-TV (in Kooperation mit dem NDR) und mare-Radio (mit Nordwestradio) dazu. Dass Nikolaus Gelpke Geschäftssinn besitzt, mindert nichts an seiner Mission. 2010 erschien die „World Ocean Review« (WOR),  eine buchdicke Zustandsanalyse der Meere, an der Dutzende von Kapazitäten mitgewirkt haben, die aber so aufbereitet ist, dass sie auch Laien auf dem Trockendock gut lesen können. Drei WOR sind vorhanden. Herausgeber ist die gemeinnützige GmbH maribus, vom mareverlag gegründet mit dem einzigen Zweck, „die Öffentlichkeit für meereswissenschaftliche Zusammenhänge zu sensibilisieren und somit zu einem wirkungsvolleren Meeresschutz beizutragen“.  Maribus-Publikationen werden deshalb nicht verkauft, sondern gratis abgegeben: http://worldoceanreview.com/

Der Verleger, Herausgeber und Chefredaktor erfüllt auch sonst noch ein paar Aufgaben im Dienste seiner Meere: er ist Präsident der gemeinnützigen Stiftung Ocean Science and Research Foundation und Vize des International Ocean Institute und gehört der Jury für die Vergabe des Elisabeth-Mann-Borgese-Meerespreises an, den das Land Schleswig-Holstein seit 2006 vergibt: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Gelpke

Die See hält den „homo helveticus oceanis“ (Nikolaus Gelpke in mare Oktober/November 1998) auf vielfältigste Weise gefangen. (2015)

http://www.mare.de/index.php

 

mareverlag GmbH & Co. OHG
Sandthorquaihof
Pickhuben 2
20457 Hamburg

 

   Startseite