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5 von 50 gut & drauf:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel Elisabeth Schwerin in Mittweida: schuf das soziokulturelle Zentrum Müllerhof...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Disco100: hat es als Familienbetrieb zum grössten Plattenladen Barcelonas gebracht...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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Getreidezüchtung Peter Kunz:

Auf fruchtbarem Boden

 

 

 

 Wusste früh, was er wollte: Saatgutpionier Peter KunzWusste früh, was er wollte: Saatgutpionier Peter KunzEinmal im Jahr ist Tag der offenen Zuchtgärten, und dann darf man auf der „Oberhauswiese“ in Feldbach am Zürichsee als Gast durch Getreidefelder spazieren, mitten durch die mannshohen Halme von Weizen, Dinkel und Triticale, im Hintergrund wie gemalt das Schloss Rapperswil. Als Peter Kunz vor mehr als dreissig Jahren mit biologischer Getreidezüchtung begann, lachte man über ihn, ein Kauz, ein Spinner mit Öko-Tick. Aber das scherte den ehemaligen Bauernbuben aus dem Zürcher Oberland nicht, der sich schon mit 13 Jahren für die Maiszüchtung begeisterte. Er wusste, was er wollte und was not tat: Der Biolandbau braucht eigene Sorten, um von konventionellen Züchtern unabhängig zu werden. Heute, angesichts der Monopolisierung des Saatgutmarktes durch einige wenige Multis, mehr denn je.

Längst lacht keiner mehr, die Belustigung ist der Bewunderung gewichen für das hochwertige Saatgut, das Peter Kunz entwickelt. Seit 5 Jahren ist die 1990  von Peter Kunz als Kreuzung angelegte Weizensorte Wiwa aufgrund ihrer hervorragenden Backqualität in der Schweiz und in Süddeutschland zum Massstab für neue Sortenkandidaten ernannt worden. In der Getreidezüchtung Peter Kunz GZPK arbeitet inzwischen ein mehr als zehnköpfiges Team an Getreide, Sonnenblumen, Mais und Erbsen mit dem Ziel, Sorten mit gesundem Wachstum und Topqualität in der Verarbeitung zu züchten.

Saatgutzüchtung braucht Gewissenhaftigkeit, Geduld und Geld. Nicht alle verfügen über diese Gaben! Die Schweizer Forschungsanstalt Acroscope Changins zum Beispiel arbeitete mehr als vier Jahrzehnte an der Züchtung von Triticale, eine neue, aus Weizen und Roggen gezüchtete Kulturpflanze, die sowohl als Futtermittel wie als Backmehl verwendet werden kann. Die Kulturpflanze ist, mit den Massstäben der alten Kulturpflanzen  wie Weizen oder Reis gemessen, noch sehr jung, etwa hundert Jahre alt. Man versprach sich viel ihr, doch die Erfolge blieben unter den Erwartungen. Deshalb gaben die Züchter in Changins vor zwei Jahren das Projekt auf: aus Spargründen. Und weil die Geduld am Ende war. Nicht so bei Peter Kunz: Die GZPK übernahm 2012 die Züchtung und besitzt nun das ganze Zuchtmaterial des vormals staatlichen Zuchtprogramms. Peter Kunz, der sich auch seit langem mit Triticale beschäftigt, glaubt weiter an das Zukunfzspotential dieser Pflanze. Einer muss ja Geduld haben!

Die Züchtung von hochwertigen Sorten ist nur eine der Aufgaben des Unternehmens GZPK: Fragen des Sortenschutzes bzw. Kampf der Patentierung, die Zusammenarbeit mit Bauern, Verarbeitern und Vermarktern (letzteres über die Sativa Rheinau AG: www.sativa-rheinau.ch gehören auch zum Aufgabenkatalog. Von der Sicherstellung der Finanzen für die vielen laufenden Arbeiten ganz zu schweigen: Ökosaatgut lässt sich trotz stetigem Wachstum der BioLandwirtschaft nicht kostendeckend züchten, die GZPK ist auf Spenden und Partnerschaften angewiesen. Und dabei doch stetig gewachsen, mittlerweilen sogar mit einem Zweig in Deutschland (Dinkelzüchtung in Darmstadt: www.getreidezuechtung.ch/ueber-uns/getreidezuechtung-peter-kunz-deutschland-ggmbh. Und in Italien ist ein Projekt zur Züchtung von Bio-Hartweizensorten in Vorbereitung.

Lange arbeitete Kunz allein in seiner eigenen, 1992 gegründeten Firma; 2000 ging sie über in den gemeinnützigen Verein für Kulturpflanzenentwicklung, Kunz übernahm die Geschäftsleitung. Seit April 2015 leitet ein neuer Geschäftsführer, Herbert Völkle, die Geschicke der GZPK. Schluss aber ist noch lange nicht: Peter Kunz will sich künftig vermehrt der Züchtungsforschung und praktischen Züchtung widmen. (2015)

http://www.gzpk.ch/aktuell

Getreidezüchtung Peter Kunz
Seestrasse 6
8714 Feldbach ZH
Schweiz

 

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