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5 von 44 drauf & gut:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel der Friedensmarsch der Palästinenserinnen und Israelinnen vom Oktober 2016 ...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Disco100: hat es als Familienbetrieb zum grössten Plattenladen Barcelonas gebracht...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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Theaterleiter Daniel Rohr:

Energie im Multipack

Intensiv: Daniel RohrIntensiv: Daniel RohrTheater ohne Leidenschaft ist unvorstellbar. Eigentlich ist Theater Leidenschaft pur. Dennoch: auch hier gibt es unterschiedliche Intensitäten auf der nach oben offenen Skala. Diesbezüglich ziemlich oben und herausragend ist der Direktor des Theaters Rigiblick in Zürich, Daniel Rohr. Der 1960 geborene ist ein Energiebündel, gesegnet mit nimmermüdem Elan und einem Heisshunger auf Theater&Musik. In einem Radiogespräch gestand er einmal, seine Tochter habe ihn als  workaholic kritisiert. Da könnte was dran sein. Zählen wir einmal auf: seit mehr als zehn Jahren Leiter des Theaters Rigiblick, Theaterschauspieler, Filmschauspieler (unter vielen anderen in „Usfahrt Oerlike“), Regisseur, Sänger, Festivalleiter, Theaterproduzent… wer jetzt innehalten und Luft holen muss, sind wir. Rohr rennt weiter: 1977 das Göttinger Innenhof-Theater-Festival gründet, das er seither leitet. Das eigene Label Stern-Theater auf die Beine gestellt, das Theaterprojekte produziert. Ein Getriebener? Ein Leidenschaftlicher! „Also, wenn man Theater gar nicht leidenschaftlich gern liebt, muss man es gar nicht erst anfangen; Theater ist immer wieder ein Stück sich selber aufgeben – und das ist bei der Leidenschaft so; dann kann man darin auch aufgehen“, philosophiert er im Video „Menschen Leidenschaft“ von Beat D. Hebeisen: https://www.youtube.com/watch?v=qVwtVS21r_U (siehe unten).

Bevor Daniel Rohr in diesem Theater Dynamik entwickelte, war der Rigiblick eine gehobenere Quartierspielstätte mit (manchen) Aufführungen von gesamtstädtischem Interesse. Die Bühne wurde seit 1985 vom Verein „Theatersaal Rigiblick“ betrieben. Anfang 2000 wurde umgebaut: das Restaurant kauften die ZFV-Unternehmungen, der Theatersaal blieb im Eigentum der Stadt Zürich.  2005 startete Daniel Rohr als Leiter – und er startete durch. Obwohl der Saal mit 200 Plätzen klein ist, wurde der Rigiblick bald zur grossen Adresse (nicht nur) der Theaterwelt Zürichs. Berühmtheiten wie Bruno Ganz, Corinna Harfouch, Eva Mattes kommen regelmässig (und offenbar gern). Daniel Rohr muss hervorragend vernetzt sein, eine Frucht seiner vielseitigen Tätigkeit wohl, und die Künstlerinnen und Künstler werden spüren, dass ihm der Rigiblick eine Herzensangelegenheit ist, eine Heimat, wie er selber sagt, und den Auftretenden deshalb auch ein wenig Heimat auf Zeit bietet.

Das Programm deckt die sparten Musik, Theater, Konzerte, Literatur ab, bringt Uraufführungen, Lesungen, Kriminächte und macht auch Extras zu den Festspielen Zürich (Juni-Festwochen). Dass diese Vielfalt keine Verzettelung zeitigt, sondern im Gegenteil Profil: das muss man Daniel Rohr zuerst einmal nachmachen. Er verdreifachte die Zahl auf mehr als 30‘000 Zuschauer seit dem Umbau; die Auslastung der durchschnittlich 250 Vorstellungen pro Jahr liegt bei beneidenswerten 88 Prozent (2013), die Eigenwirtschaftlichkeit bei 82 Prozent. Und dieses Ergebnis wird mit 500 Stellenprozenten (inklusiv Theaterbar!) erzielt; das sind wahrlich keine Hängemattenjobs! Die Stadt Zürich spendiert weniger als eine halbe Million Franken ans Budget, der Rest kommt von Privaten und Billetteinnahmen, wie wir einer  – lesenswerten! – Weisung des Stadtrats an den Gemeinderat (2013) entnehmen:  http://www.gemeinderat-zuerich.ch/Geschaefte/detailansicht-geschaeft/Dokument/75109c1d-5994-4fcd-bdb5-8406f7f25fc9/2013_0248.pdf

Wer unter diesen Bedingungen ein Theater führt, muss nicht nur auf der Bühne kreativ sein. Da dem Rigiblick die Mittel für Eigenproduktionen fehlen, gründete Daniel Rohr sein Stern-Theater, mit dem er genau das tut: Projekte produzieren. Diese zeigt er dann auf der Rigi-Bühne (und an anderen Orten) zu den gleichen Konditionen, wie sie die (internationalen) Gastspiele erhalten. „Faust“ mit  Rocksongs war zu sehen: ein grosser Erfolg. Dito „To the Dark Side of the Moon“. Den 70. Geburtstag von Bob Dylan (2011) feierte der Rigiblick mit einer dreitägigen Birthday-Party, inklusive Symposium von Musikkritikern.

Eine kleine Fussnote, die noch eine weitere liebenswürdige Seite von Daniel Rohr zeigt: An vielen Abenden steht er, vor Energie vibrierend, selber am Eingang zum Theatersaal und kontrolliert die Billette; dies tut er nicht aus Personalspargründen, sondern weil er sein Publikum kennen will. Und weil er wissen möchte, wie die Aufführungen ankommen. Man kann es ihm persönlich sagen, denn er ist auch nach der Vorstellung im Foyer. Immer noch vor Energie vibrierend. Vom Glück geküsst sei er. Sagt er. Wir glauben ihm aufs Wort. (2015)

http://www.theater-rigiblick.ch

Germaniastr. 99

8044 Zürich

Schweiz

 

 

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