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5 von 46 drauf & gut:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel der Friedensmarsch der Palästinenserinnen und Israelinnen vom Oktober 2016 ...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Disco100: hat es als Familienbetrieb zum grössten Plattenladen Barcelonas gebracht...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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Christian Bobst:

Scharfe Sicht auf die Welt

 Legt sich ins ZeugLegt sich ins ZeugIn stillen Momenten fragt sich Christian Bobst, ob seine Liebe zur Fotografie schon Züge von Besessenheit trägt. Es ist, als bekäme er nicht genug. Immer die Kamera in der Hand, immer den Finger auf dem Auslöser, immer mit ganzem Körpereinsatz. Liegt auf dem Bauch im Staub und hängt mit den Füssen im Wasser, kniet, fliegt. Bündelt Licht durchs Objektiv und malt mit Schatten Tiefe. Nichts wird arrangiert, das Reale ist ihm Faszinosum genug. Nichts wird nachgestellt, verpasste Augenblicke sind halt vorbei, Punkt. Die oft gehörte Frage, was er denn vom Leben sehe, wenn er dauernd durch die Linse schaue, kontert er, die Welt präsentiere sich ihm so fokussierter und intensiver. Aber auch wenn er mit seiner Nikon nah herangeht, behält er gegenüber den fotografierten Menschen eine respektvolle Distanz, die man beim Geht ranGeht ranBetrachten der Fotos als wohltuend wahrnimmt. Visuelle Gestaltung ja, aber kein Voyeurismus. Lachende, fröhliche Gesichter? Eher selten. Dafür Geschichtenbilder, auf die man neugierig wird, und magische Momente, die bannen: Bilder voller elementarer Kraft. Bobst-Fotografien, unverkennbar.

Radio SRF lobte ihn als „Shootingstar unter den Fotografen“ (http://www.srf.ch/radio-srf-3/aktuell/fotograf-christian-bobst-ich-druecke-nie-die-delete-taste), was er ärgerlich „in aller Form als masslose Medien-Übertreibung“ zurückweist. Als Fotograf ist er Autodidakt. 1971 in Solothurn geboren, absolvierte er eine Graphikerlehre und arbeitete später viele Jahre als Art- und Creative-Direktor bei Werbeagenturen in Zürich und Berlin. 2010 wagte er den Sprung in die Unabhängigkeit und etablierte sich als Freischaffender. Noch übernimmt er Aufträge aus der Werbewirtschaft, um sich die weniger lukrativen Fotoreportagen leisten zu können. Die Themen bestimmt er selber, recherchiert in Europa, Asien, Afrika, Süd- und Nordamerika und bietet die Ernte anschliessend Zeitschriften und Zeitungen an.

Und die Abnehmer gehören zum Feinsten, was Fotografie und Bildgewichtung betrifft, so zum Beispiel das Magazin GEO oder der Stern, der eine Fotostrecke mit den „Gris-gris Wrestlers of Senegal“ publizierte. Das Schweizer Fernsehen filmte 2015 die Entstehung dieser Reportage und damit eine Art Porträt von Christian Bobst, das in der Serie „Top Shots“ ausgestrahlt wurde.  Noch mehr Echo gab’s, als er 2016 als einziger Schweizer mit einem „World Press Photo Award“ (2. Preis in der Kategorie Sport) ausgezeichnet wurde. Preisgekrönt: Gris-gris Ringer in Senegal von Christian BobstPreisgekrönt: Gris-gris Ringer in Senegal von Christian Bobst

 An diesem Wettbewerb beteiligen sich Fotografen aus der ganzen Welt. Die Wahl zum Pressefoto des Jahres gilt als höchste Auszeichnung unter Fotografen, denn die preisgekrönten Fotos werden auf einer Wanderausstellung durch mehr als 80 Städte gezeigt und erreichen so Millionen von Menschen: https://de.wikipedia.org/wiki/World_Press_Photo

Da einen Treffer zu landen, ist nicht einfach; die Wettbewerbsbedingungen sind strikt, wie Christian Bobst gegenüber „Persönlich“, dem Schweizer Portal der Marketing, Werbe- und Kommunikationsbranche, ausführte: „Man darf nur die Belichtung, Farben, Kontraste und den Ausschnitt verändern, ähnlich wie bei der analogen Fotografie. Die RAW Files der Kamera werden in der zweitletzten Runde der Jurierung dann auch akribisch mit den eingereichten JPGs verglichen. Zudem darf ich beim Fotografieren keinerlei Anweisung geben, es sei denn, es handelt sich um ein Porträt. Diese Regeln sind extrem wichtig für die Authentizität der Bilder. Die Reportagefotografie ist sozusagen das handwerkliche Gegenteil der Werbe- und Modefotografie, bei der es darum geht, alles bis ins kleinste Detail perfekt zu inszenieren“: http://www.persoenlich.com/medien/die-motivation-bilder-zu-machen-ist-grosstenteils-idealistischer-natur

 Auch Hilfswerke (HEKS, Helvetas) gehören zu Christian Bobst Auftraggebern, da er sich schnell einfühlen kann, Augenmass zeigt und auch das Detail pflegt.  Aber seine wohl ergreifendste Geschichte hat er auf eigene Faust realisiert. Es ist die Geschichte des deutschen Priesters Hermann Klein-Hitpass, der sich mehr als 20 Jahre lang in Namibia um Mädchen und Frauen kümmerte, die sich aus Armut prostituieren müssen. Christian Bobsts Mutter arbeitete einige Zeit lang mit dem Priester, so entstand 2008 der Kontakt. Dem ersten Besuch folgten weitere, die schliesslich in die Multimedia-Reportage „The Father of Katutura’s Streetwalkers“ mündete, in Zürich in der Photobastei ausgestellt. Ein heikles Thema, ein todtrauriges Thema, sensibel festgehalten und vermittelt. Eine der jungen Frauen sagt in die Kamera, Vater Hermann habe ihnen die Würde zurückgegeben. Christian Bobst schenkte ihnen mit seinen Fotos wieder einen Moment Menschlichkeit. (2016)

http://www.christianbobstphotography.com

 

Sicher auf schwankendem GrundSicher auf schwankendem Grund

Augen auch für das KleineAugen auch für das Kleine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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