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5 von 50 gut & drauf:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel Elisabeth Schwerin in Mittweida: schuf das soziokulturelle Zentrum Müllerhof...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Disco100: hat es als Familienbetrieb zum grössten Plattenladen Barcelonas gebracht...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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 Bücherdörfer:

Stöbern, Schmökern, Schmausen

 

 

Pionier-Bücherdorf Hay-on-WyePionier-Bücherdorf Hay-on-WyeMan ist skeptisch, kann es sich nicht recht vorstellen. Ein Dorf mit 1800 Einwohnern und 40 Antiquariaten – wie soll das gehen? Und dann der Grund für die Bücherschwemme: zwecks Förderung der ländlichen Entwicklung und des Tourismus. Ausgerechnet mit alten Büchern? Im walisischen Hay-on-Wye läuft das so. Und zwar schon eine ganze Weile.

1961 kehrte der Waliser Richard Booth mit einem Container voller Bücher aus New York in diesen Ort zurück, eröffnete ein Antiquariat und entwickelte das Konzept eines Bücherdorfes: Die Idee besteht darin, antiquarische Bücher in grossen Mengen räumlich so konzentriert anzubieten, dass sie eine Anziehungskraft und Attraktivität entwickeln, die einem vereinzelten Buchladen abgeht. Die Secondhand-Buchläden und Buchantiquariate halten Triviales und Trouvaillen feil; vom zerblätterten Comic bis zum Klassiker in edelgebundenem Goldrücken, vom Architekturschinken bis zur Zoologiebroschüre findet man alles, was ein Leserherz begehrt. Die Händler sind auch ausser Haus aktiv, organisieren artverwandte Anlässe wie Buchmärkte, Lesungen, Workshops und vieles mehr. Der kleine Ort Hay-on-Wye zieht dadurch jedes Jahr 300‘000 Gäste an.

Erfolg findet Nachahmer. Die „International Organization of Book Towns“, gegründet von Richard Booth, zeigt auf ihrer Weltkarte knapp 20 Bücherdörfer in 13 Ländern in Europa, vereinzelt auch in Australien, Korea und Malaysia; es gibt sie in Belgien wie in Deutschland, in Norwegen wie in den Niederlanden, in Spanien und der Schweiz: http://www.booktown.net/gi.asp. Im norwegischen Fjaerland, einem winzigen, am Rand eines Fijords klebenden Fischerdorf, stehen Bücherregale im Freien, stapeln sich Secondhand-Ausgaben in Fenstern der Privathäuser (und dort sogar auf dem Spülkasten der Toilette): https://www.youtube.com/watch?v=ZJ7ijVIpW1k In Tübingen, das überzogen ist mit einem dichten Netz an Buchhandlungen und Antiquariaten, kann man sogar an eigens eingerichteten Buchtankstellen Nachschub laden: http://www.literaturtipps.de/topthema/thema/das-buecherdorf-und-die-grosse-lust-am-wort.html

Manche Bücherdörfer haben sich in geschichtsträchtigen, pittoresken Ortschaften eingenistet, zum Beispiel im mittelalterlichen Urueña in der Provinz Valladolid in Spanien, Bücherdorf seit 2007. 2000 Bewohner/innen, 12 Buchläden mit einem Sortiment passend zum mittelalterlichen Cachet, einer davon mit einer umfassenden Sammlung von Werken zum Stierkampf; es gibt ein Märchenmuseum und ein Weinmuseum, letzteres voller Weinliteratur; und es gibt das „Centro e-LEA“, wo sich auf 1200 Quadratmetern eine Fachbibliothek, ein Garten, ein Ausstellungs- und Vorführraum und vieles mehr findet. Am Internationalen Tag des Buches (23. April), an dem man sich in Katalonien Rosen und Bücher schenkt, ist in Urueña jeweils Kreti und Pleti auf den Beinen:  http://www.spain.info/de/reportajes/la_primera_villa_del_libro_en_espana.html

Das Bücherdorf Hay-on-Wye richtet sein jährliches Bücherfest sogar während zehn Tagen aus. Und die „International Organization of Book Towns“ lädt etwa alle zwei Jahre zu einem internationalen Festival, das immer woanders durchgeführt wird. Das erste stieg 1998 im belgischen Breedevort, das nächste 2016 im Schweizer St-Pierre-de-Clages: http://www.booktown.net/gi.asp. In diesem Walliser Ort, seit 1993 Bücherdorf, sind die Antiquariate in alten Bürgerhäusern untergebracht; aber zum lokalen Bücherfest streben sie ins Freie: https://de.wikipedia.org/wiki/Saint-Pierre-de-Clages

Wo immer sich die Bücherdörfer befinden: Die dortigen Buchläden pflegen gute Nachbarschaft zu Cafés, Restaurants und Pubs. Schmausen gehört eben zum Stöbern und Schmökern. (2015)

 

 

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