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5 von 46 drauf & gut:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel der Friedensmarsch der Palästinenserinnen und Israelinnen vom Oktober 2016 ...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Disco100: hat es als Familienbetrieb zum grössten Plattenladen Barcelonas gebracht...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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Claudia Schmid:

Zu Fuss beflügelt über alle Berge

 

Führt weg von Trampelpfaden: BergFrau Claudia SchmidFührt weg von Trampelpfaden: BergFrau Claudia SchmidWo Berge stehen, zieht es sie hin. Bergwanderungen beflügeln sie, geben ihr mehr Energie zurück, als sie an Muskelkraft aufwenden muss. In Bergtälern findet sie Stille, die sie fasziniert, und diese Faszination möchte sie andern vermitteln, mit-teilen. Und darum hat Claudia Schmid die „BergFrau“ gegründet, ein Frauenreiseunternehmen, bei dem auch Männer willkommen sind. Die Bergfrau organisiert Trekkings abseits von Trampelpfaden. Sie meidet Rucksäcklermainstream, stürmt keine Gipfel und sammelt keine Hochgebirgsrekorde. Sie sucht das Einmalige, und dazu gehört die Stille. Wer ihr folgt, braucht eine gewisse Kondition, und darum  trifft sie ihre Gäste zumindest vor mehrwöchigen Reisen einzeln zu einem individuellen Gespräch; Fitness ist dabei nur ein Thema. Schliesslich wird man drei, vier, fünf Wochen zusammen sein, in engen Zelten nächtigen, die heissen Füsse in eiskalten Flüssen kühlen und nicht selten in abgelegenen Gebieten nur an eine Grenze kommen: an die eigene. Da ist es von Vorteil, die Gruppenzusammensetzung sorgfältig abzustimmen. Und sollte doch einmal ein Dampfplauderer die unendlichen Wüsten Marokkos zerreden, kann Claudia Schmid schon darum bitten, endlich den Mund zu halten, damit alle erleben können, wozu sie hergekommen sind und was sie selber immer wieder hinaus, hinauf und hinan treibt: Die unfassbare Schönheit der menschenleeren Natur.

Davon bekommt sie nicht genug. Dabei ist Claudia Schmid unterwegs, seit sie geboren wurde. Sogar noch länger. Ihre hochschwangere Mutter nahm das Flugzeug nach Deutschland, schaffte es dann zur Geburt von Claudia und ihres Zwillingsbruders gerade noch in ein Krankenhaus. Das war 1959. Nach zwei Jahren zog die Familie nach Dänemark, darauf folgten acht Jahre Buenos Aires, danach Italien, wo der Teenager Claudia das Gymnasium besuchte und abschloss. Schweiz war für sie der Hasliberg, wo ihre Eltern ein Ferienhaus besassen. Erwachsen geworden, lernte Claudia Schmid in Zürich einen soliden Beruf, Physiotherapeutin, aber schon während dieser Ausbildung meldete sie sich bei Baumeler Reisen als Reiseleiterin. Ihr erster Auftrag führte auf die Azoren und gleich zu einem Härtetest:  eine Buspanne, kein Telefon in der Nähe, die Reisegruppe hungrig, müde und murrend am Strassenrand. Damals entdeckte sie, dass sie nichts so leicht aus der Bahn wirft, im Gegenteil: sie mag das Improvisieren und Suchen nach Lösungen. Ein Talent, das sie bestärkte, 2002 den Schritt in die Eigenständigkeit zu wagen. Auf der ersten BergFrauenfahrt leitete sie ein gutes Dutzend Trekkerinnen und Trekker heil und pannenlos von Spiti in Nordindien: https://de.wikipedia.org/wiki/Lahaul_und_Spiti nach Ladakh in Tibet: https://de.wikipedia.org/wiki/Ladakh  Der Himalaja in Nordindien, Nepal, Bhutan und Tibet ist ihr Schwergewicht geblieben, ihre Herzensgegend bis heute.

Claudia Schmid liebt es, Touren auszutüfteln und in ihren Ferien zu  rekognoszieren. Sie liest Karten wie andere Krimis, benutzt nur den Kompass und kein GPS. Lange blieb sie ein Einfrauunternehmen, eine der wenigen Trekkingführerinnen weltweit, jetzt beschäftigt sie (teilzeitig) zwei Frauen. In ihren Ländern arbeitet sie mit lokalen Agenten zusammen, die ihr Credo teilen:  Berge und Natur nicht als Konsumgüter zu betrachten, die man sich einverleibt, weil man ja für Trekkings oder das Wochenende im Schnee bezahlt hat. Sie beansprucht für sich, ihren Mitreisenden das Leben der andern so nahe zu bringen, wie es in kurzer Zeit eben geht. Und darum begleitet sie mit ihren lokalen Partnern in Asien und Südamerika, Nordafrika und Südosteuropa nicht nur zu Aussichtspunkten und Passhöhen, sondern auch zu Begegnungen mit Einheimischen.

Es war für Claudia Schmid auch selbstverständlich, nach dem schlimmen Erdbeben vom April 2015 in Tibet und Nepal eine Hilfsaktion zu starten, bei der fast 20‘000 Franken zusammenkamen für Reis, Linsen, Kochöl und den Wiederaufbau von Häusern in Dörfern der Region Langtang in Nepal. Den schwergeprüften Menschen wurde nach dem Erdbeben durch die Blockade der Südgrenze zu Indien zusätzliches Leid auferlegt. Nahrungsmittel, Medikamente und Treibstoff wurden knapp. In einem Rundbrief berichtete Claudia Schmid von Fabriken, die schlossen und von Kindern, die nicht mehr zur Schule gehen konnten; und auch davon, dass die Preise für Baumaterial in die Höhe des Himalaja schnellten, was den Wiederaufbau der Häuser verzögerte. Und der Winter vor der Türe!

Dass man in der Schweiz wenig von der Grenzblockade und ihren verheerenden Folgen hörte, empört Claudia Schmid.  Sie stemmt sich gegen Ignoranz und Gleichgültigkeit, hält Vorträge, verschickt Rundbriefe, stellt Fotos ins Facebook.  Und beobachtet dabei ein Paradox: Je mehr die Leute kennen, desto weniger wollen sie wissen. Früher, zu Beginn ihrer BergFrau-Ära, liessen sich mehr Leute auf Abenteuer, auf Unbekanntes, auf Neues ein. Heute wandert man die Routen ab, bevor man aufbricht, nämlich daheim auf Google Earth. Reisen wird zur Bestätigung vorgefasster Ansichten. Natürlich sind auch die möglichen Risiken und Gefahren bekannt, entsprechend ist das Sicherheitsbedürfnis grösser geworden.  Aber mehr noch als diese neuen Trends beeinflusst die politische Grosswetterlage das Reiseangebot (auch) der BergFrau Claudia Schmid. Neuerdings hat sie mehr Destinationen in Europa im Programm, in Albanien,  Montenegro, Lappland, auch in der Schweiz.  So erstaunlich es klingt: Auch hierzulande findet man noch unverbrauchte Natur. Und Stille. Wenigstens für ein paar Stunden. (2016)

 

Mehr über sich erzählt Claudia Schmid in der Radiosendung "Persönlich":

https://www.srf.ch/sendungen/persoenlich/die-weltenbummlerin-schmid-und-das-urgestein-ambauen

 

 

https://bergfrau.ch


BergFrau GmbH
Schmid Claudia
im Lot 12, 8610 Uster
+41 44 994 11 45
+41 79 654 40 84

 

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