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5 von 66 gut & drauf:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel Amar Latif in Grossbritannien: lehrt als blinder Reiseführer Sehenden das Sehen...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Andreas Benrath in Buggingen: stempelte "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Hand auf 1463 Tonplatten ...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Carlos Magdalena aus Gijón, Spanien: erregt als Pflanzenzauberer im englischen Kew Gardens Aufsehen ...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Peter Mabeo in Gaborone: machte als Selfmademann in Botswana mit seinen Möbeln Weltkarriere...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Ingeborg Rapoport in Berlin: Die Ärztin promovierte mit 102 Jahren...

 
 
 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen in aller Welt: helfen mit Kreativität und Hingabe Menschen auf der Flucht anzukommen...

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Dionysis Arvanitakis, Insel Kos

Tägliches Brot für Flüchtlinge

Dionysis Arvanitakis konnte den Anblick nur schwer ertragen. Auf seiner Insel Kos lebten Hunderte von Flüchtlingen in elenden Umständen, ohne Hab und Gut, eng zusammen in windigen Unterkünften, verängstigt, traumatisiert, frustriert. Und hungrig. Der Grieche wusste aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, arm, fremd und ohne Brot zu sein. Als eines von zehn Kindern war er auf dem Peloponnes aufgewachsen. Um der Armut zu entkommen, wanderte die Familie nach Australien aus. Da war er 15, sprach kein Wort Englisch und kannte dort keinen Menschen. Dennoch gelang es ihm, das Bäckerhandwerk zu erlernen. 1970 kehrte er nach Griechenland zurück und liess sich auf Kos, der Heimatinsel seiner Frau, nieder. Seine Brötchen verdiente der Vater von vier Kindern nun mit mehreren Bäckereien. Die Vergangenheit vergass er nicht. „Wer nie gehungert hat, weiss nicht, wie das ist“, sagte er.

Kos liegt zweieinhalb Seemeilen von der Türkei entfernt. Als vor rund zehn Jahren immer mehr Menschen (manchmal wörtlich) angeschwemmt wurden, durchnässt, erschöpft und geschwächt, beschloss Dionysis Arvanitakis, inzwischen Rentner, zu handeln. Jeden Morgen stellte er sich wieder in die Backstube, mischte Mehl und Wasser, füllte die Backöfen und danach seinen Lieferwagen, mit dem er zu den Camps fuhr, um die Laibe, Sesamkringel und Gipfel zu verteilen. Täglich mehr als 100 Kilo. Und das, lange bevor sich die Hilfswerke um die Lager zu kümmern begannen. Seine Familie ahnte nichts von seinen guten Taten. Als sein Sohn schliesslich darauf stiess und das Engagement bekannt wurde, wirkte es ansteckend: Hotelbesitzer, Bäckerkollegen und andere Inselbewohner nahmen sich ebenfalls der gestrandeten Menschen an.

2016 erhielt Dionysis Arvanitakis den 2006 ins Leben gerufenen Preis der Zivilgesellschaft des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA), der für herausragende Initiativen verliehen wird. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker lobte den Mann aus Kos als „vorbildlichen europäischen Bürger“: https://www.eesc.europa.eu/resources/docs/qe-04-16-734-de-n.pdf

 Im Februar 2019 ist der Bäcker im Alter von 77 Jahren gestorben.                        (2019)

 

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