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5 von 46 drauf & gut:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel der Friedensmarsch der Palästinenserinnen und Israelinnen vom Oktober 2016 ...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Disco100: hat es als Familienbetrieb zum grössten Plattenladen Barcelonas gebracht...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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Eine schöne Bieridee:

Eins auf den Deckel

 

Beim Bier nimmt es die Zunge gern locker, leckt sich lustig Schaum von den Lippen und entlässt so manches Wort unkontrolliert. Beim Bier weiss jeder über alles Bescheid. Und kommt es zum Thema Flüchtling, weiss jeder sogar besser Bescheid. Sie kosten uns einen Haufen Geld; sie nehmen uns die Arbeitsplätze weg; sie sind potentiell kriminell. Das darf man ja wohl noch laut sagen.

In Dresden, aber nicht nur dort, sagen es manche sogar sehr laut. Ein Misston, der über die ganze Stadt schallt, und an dem sich Studentinnen und Studenten der Technischen Universität (TU) Dresden störten. Zwei von ihnen, Till Neumeier, Student des Maschinenbaus, und Janina Dreier, Studentin der Raumentwicklung und Naturressourcen, beschlossen im letzten Jahr, dagegen zu halten. Gemeinsam mit 20 weiteren Kommilitonen riefen sie die Arbeitsgemeinschaft AG Asyl – TU Dresden ins Leben. Sie nahmen sich vor, mit einer Kampagne Vorurteile abbauen zu helfen und einen Kontrapunkt gegen die Falschmeldungen über Flüchtling zu setzen. So kam es zu einer Bieridee, die es unter sich hat. Unter dem Glas. Auf dem Deckel. „Wir dachten, wir greifen auf Stammtisch an“, sagt Till Neumeier. Die Waffe: Bedruckte Bierdeckel.

Auf der Vorderseite der Bierdeckel sind Vorurteile festgehalten, auf der Rückseite die berichtigenden Fakten dazu. Zum Beispiel: dass nicht Deutschland die ganzen Flüchtlinge aufnimmt, sondern im Jahr 2015 von den weltweit 65,3 Millionen vertriebenen Menschen gerade mal 0,7 Prozent einen Asylantrag gestellt haben. Oder dass die Statistik nicht belegt, Ausländer seien krimineller als Deutsche. Sechs verschiedene Sujets wurden gestaltet. Dank der Unterstützung der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, konnten 120‘000 Deckel gedruckt und verteilt werden, unter anderen auch vom Verein Arbeit und Leben, von Atticus, dem DGB Jugend und dem Netzwerk des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. Im Fahrgastfernsehen der Dresdner Strassenbahn liefen passende Spots. Das Ganze kostete weniger als 13.000 Euro.

Und wie reagierte der Stammtisch? Ganz zivil, wie der SPIEGEL berichtet ( „Eine Meldung und ihre Geschichte“, 6/2017). Für die Mitmachenden der AG Asyl-TU Dresden brauchte es zwar ziemlich Mut, in die Kneipen zu ziehen, dafür wurden sie belohnt. So unverbesserlich seien sie gar nicht, zitiert der SPIEGEL einen Kneipenwirt, der es begrüsste, endlich einmal Fakten statt immer nur Behauptungen zu hören. Da könne man etwas lernen, sagte er. Gilt wohl für beide Seiten.                                                                            (2017)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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