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5 von 56 gut & drauf:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel Amar Latif in Grossbritannien: Der blinde Reiseführer lehrt das Sehen...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Peter Mabeo in Gaborone: Der Selfmademann in Botswana macht  mit seinen Möbeln Weltkarriere...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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Multaka in Berlin

Flüchtlinge führen Flüchtlinge durch Museen

 

Eine Syrerin erklärt Syrern in einem Museum syrische Kultur –  in Berlin.  Man könnte es auch so erzählen: Ein Flüchtling führt anderen Flüchtlingen die Geschichte ihres Landes in ihrer Sprache vor Augen – in Berlin. Kefah Ali Deeb ist eine von rund zwanzig  Flüchtlingen aus Syrien, die in Berlin zu Museumsführerinnen und -führern ausgebildet wurden und nun Landesleute durch die hehren Hallen von Kunst und Kultur begleiten – in Berlin.

 Die Idee für das Multaka genannte Projekt wurde im Museum für islamische Kunst geboren. Drei weitere Berliner Institute schlossen sich an: das Vorderasiatische Museum, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst und das Deutsche Historische Museum. Der Kunsthistoriker Robert Winkler und die syrische Kulturmanagerin Razan Nassreddine haben das Projekt konzipiert, didaktisches Material erstellt und eine Ausbildung zum Museumsführer angeboten. Rund zwei Dutzend Flüchtlinge nahmen daran teil,  alle aus Syrien, darunter ein Archäologe, Kunsthistoriker, Architekt, Restaurator und die Kinderbuchautorin Kefah Ali Deeb. Seit dem Start im November 2015 folgten ihnen Tausende geflüchtete Menschen aus Syrien und Irak durch die Museen mit den vielen Kulturgütern aus ihrer Heimat. Aber für einmal steht nicht das Problem von Raubkunst im Vordergrund, sondern die grosse Wertschätzung, die diese Objekte in Deutschland erfahren. Entsprechend bewegt seien ihre Besucher, sagt Kefah Ali Deeb: Sie seien glücklich, stolz und dankbar;  glücklich, ein Stück Heimat zu sehen, stolz auf die grosse Vergangenheit ihrer eigenen Kultur und dankbar, dass die Werke vor Zerstörung bewahrt worden seien.  Und sogar Hoffnung keime auf: Wenn sie im Deutschen Historischen Museum die Fotos des kriegszerstörten Deutschlands betrachteten und dann mit der heutigen Stadt verglichen, dann gebe es Hoffnung, dass auch in Syrien eines Tages der Wiederaufbau möglich werde.

 Multaka ist im Rahmen des Programms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ vom Bundesfamilienministerium gefördert worden und wird seit 2016 von Kulturstaatsministerin Monika Grütters sowie von der Schering-Stiftung unterstützt. Für die Flüchtlinge ist der Eintritt ins Museum gratis. Vom Projekt erfahren sie durch Facebook oder durch Mundpropaganda.                                                                                                                                                                                                (2017)

 

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