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5 von 60 gut & drauf:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel Amar Latif in Grossbritannien: lehrt als blinder Reiseführer Sehenden das Sehen...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Albert Bolliger in Kilchberg: publizierte auf 46 Hör-CDs das Gesamtwerk von  C.F.Meyer...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Peter Mabeo in Gaborone: machte als Selfmademann in Botswana mit seinen Möbeln Weltkarriere...

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            Alter
in Hamburg: schriftgelehrte Seniorinnen und Senioren helfen lesen...
 
 
 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen in aller Welt: helfen mit Kreativität und Hingabe Menschen auf der Flucht anzukommen...

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ICORN: The International Cities of Refuge Network

Einmal tief durchatmen können

 

Der Ägypter Montaser Abdel Rahman aus Alexandria fand Ruhe im norwegischen Trondheim. Mahsa Nikan aus dem Iran schöpfte Atem im schwedischen Oslo. Ahmedur Rashid Chowdhudry aus Bangladesch, der einen Mordanschlag überlebt hatte, fühlte sich sicher in Skien, Norwegen. Der Blogger Kareem Amer, der aufgrund seiner Kritik an der Regierung von Hosni Mubarak zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde, fand Zuflucht im polnischen Krakau.

Das sind nur einige Namen von über 170 verfolgten Autorinnen, Journalisten, Schriftstellerinnen und Liedermachern, die auf Einladung der Organisation ICORN für einige Monate oder Jahre in einer europäischen Stadt einen Ort zum Durchatmen und Arbeiten gefunden haben. Sie alle kommen aus Ländern, wo die Mächtigen Angst vor dem freien Wort haben und es darum verbieten, die Schreibenden verfolgen und oft drakonisch bestrafen. Wegfahren zu können und in anderer Umgebung von Wohlgesinnten aufgehoben zu sein, ist für viele eine Rettung vor dem zwangsweisen Verstummen.

ICORN steht als Abkürzung für International Cities of Refuge Network. Das Netzwerk ist 2006 gegründet worden, in der Nachfolge von Cities of Asylum Network (Städte der Zuflucht), dievom International Parliament of Writers (IPW) 1994 ins Leben gerufen worden war. Salman Rushdie amtierte als erster Präsident, ihm folgten so illustre Namen wie Wole Soyinka und Vaclac Havel. 2006 wurde das Netzwerk zu ICORN als internationale Organisation weiterentwickelt. Sie verfügt über ein Sekretariat in Stavanger, Norwegen, dem es unter anderem obliegt, neue Mitglieder zu finden. 60 gibt es, die meisten in Europa, wenige auch in Kanada, Mexiko, den USA. In der Schweiz ist Luzern über das Pen-Zentrum mit dabei; Wohnort ist die einstige Arbeitsstätte des Schriftstellers Otto Marchi, der tragischerweise 2004 beim Tsunami in Thailand ums Leben kam. Erster Gast 2015 war Daniel Mekonnen, Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist aus Eritrea.

ICORN arbeitet eng mit dem PEN-Komitee für Gefangene (International Writers in Prison Comittee) zusammen, denn manche Autorinnen und Autoren befinden sich im Gefängnis, und sie herauszubekommen geht nur mit vereinten Kräften. Es gilt, Papiere, Einreise- und Aufenthaltsbewilligungen sowie Reisegeld zu beschaffen; auch das ist Knochenarbeit. Aber es lohnt sich: in den Gast-Städten finden die Schreibenden vorübergehend die nötige Sicherheit, um ihre Stimme zu erheben. Von hier aus veröffentlichen manche ihre Werke  über digitale Medien, so dass sie doch noch den Weg zu den Lesenden in ihrem Land finden. ICORN und die Gastgeber organisieren auch Symposien, Literaturfeste und Begegnungen, denn Empathie und Interesse, aufmerksam Lesende und offen Zuhörende sind ein Stück Heimat für Menschen, die nur noch eine Emailadresse als Zuhause haben.  

Mit dem Aufenthalt auf Zeit will ICORN den Mut der Frauen und Männer honorieren, sich trotz widrigster Umstände und grösster Gefahren nicht den Mund verbieten zu lassen und sich dafür einzusetzen, dass die Welt ein wenig gerechter wird. Das kommt uns allen zugute. (2018)

 

ICORN

Sølvberget KF,
Stavanger Cultural Centre
p.o. box: 310 4002 Stavanger
Norway

https://www.icorn.org/

 

 

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