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5 von 50 gut & drauf:


Gesellschaft

Richtig dabei

Zum Beispiel Elisabeth Schwerin in Mittweida: schuf das soziokulturelle Zentrum Müllerhof...

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Kultur 

Kreativ gestaltet

Zum Beispiel Christian Bobst in Zürich: Der preisgekrönte Fotograf geht auch an heikle Themen nah heran...

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Umwelt

Dauerhaft gut

Zum Beispiel Theo Gerber, Arzt und Arvenpflanzer in St.Gallen: sorgte für die Anpflanzung von mehr als einer halben Million Bäumen im Hinterrheintal...

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Wirtschaft

Sinnvoll profitiert

Zum Beispiel Disco100: hat es als Familienbetrieb zum grössten Plattenladen Barcelonas gebracht...

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            Alter

Voller Leben

Zum Beispiel Irmela Mensah-Schramm in Berlin: Bekämpft mit Schaber und Lösungsmitteln Hassparolen an Geländern und Gebäuden...

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 Flüchtlinge

Flucht. Ankunft

 Zum Beispiel Tausende von Freiwilligen, die sich mit Kreativität und Hingabe um Menschen auf der Flucht kümmern…

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Das ganze Dorf kümmert sich

 

Giez ist ein kleines Dorf im Kanton Waadt,  eine von 2294 Gemeinden in der Schweiz, 372 Seelen, darunter auch eine Familie aus Syrien: Mutter, Vater, drei Kinder.  Das besondere daran: Ganz Giez hat sich auf die Ankunft der Flüchtlinge gut vorbereitet. Unter der Regie von Nicolas Rouge wurde der Verein „Un village, une famille“ gegründet, wurde eine Wohnung organisiert (sie gehört dem Dorfvorsteher) und renoviert, neue Tapete, neuer Kühlschrank, das meiste geleistet als Fronarbeit von Freiwilligen des Vereins. Kleider wurden gesammelt, der Älteste der erwarteten Gastfamilie in der Schule in Grandson angemeldet.  Als die Familie Nana aus der Nähe von Aleppo  in Giez eintraf, an einem Freitag, dem  4. Dezember 2015, fand sie offene Arme und ein herzliches Willkomm.

Auf diese Weise, nämlich mit vereinten Kräften und in ausgewogenem Verhältnis, sollte jede Gemeinde der Schweiz Asylsuchende problemlos aufnehmen können, glaubt Nicolas Rouge; so fänden 10‘000 Asylsuchende eine neue Heimat und einen guten Boden, sich zu integrieren. Das Giezer Modell darf gern nachgeahmt werden.  

In den gut zwei Jahren seit Ankunft der Syrer hat das Dorf und der Verein vor allem eines gelernt: dass Integration eine gemeinsame Aufgabe von Gast und Gastgebern ist, die auf gegenseitigem Respekt und Rücksichtnahme basiert.  Die Familie Nana hat ihr erstes Fondue hinter sich; die Mitglieder des Vereins „Un village, une famille“  die ersten syrischen Gerichte gekostet. In seinem Rundbrief vom Dezember 2016 berichtet Vereinspräsident Rouge von Fortschritten: Vater Khaled hat Aussicht auf eine Arbeit, Mutter Gabrilla kümmert sich weiter um die drei Kinder und den Haushalt, Yahia kommt gut mit in der Schule, Safa parliert schon ordentlich französisch und der zweijährige Harmed hat ein paar Kilo zugelegt: für ein Flüchtlingskind keine Selbstverständlichkeit.

Inzwischen haben acht Gemeinden in der Waadt das Modell Giez übernommen und Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit der Organisation EVAM (Etablissement Vaudois d’Acceuil des Migrants) beherbergt: https://www.evam.ch/nos-sites/

Nicolas Rouge ist nach wie vor Vereinspräsident. Aber 2016 wurde er aus der Gemeindepolitik abgewählt – als Folge seines Flüchtlingsengagements? Dafür wurde er  Vorsitzender der vom Bund eingesetzten Kantonalen beratenden Kammer für die Migrationsbevölkerung. Der  Betriebsökonom und ehemalige Direktor von Henniez SA, der bis 2007 als Vertreter der dritten Generation das Familienunternehmen leitete (seit 2007 nun im Besitz von Nestlé ), bleibt am Thema dran.                                                           (Januar 2017)

http://www.unvillage-unefamille.ch/

 

 

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